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Im Zuge der Zusammenfassung der europäischen Staaten zu einem großen Wirtschaftsraum haben sich auch im therapeutischen Bereich einige Begriffe geändert. So hat in Deutschland der Begriff "Physiotherapie" den vormals verwendeten Begriff "Krankengymnastik" ersetzt. (Gott sei Dank – denn unser Ziel ist es gesund zu werden, daher war es höchste Zeit, einen positiven oder zumindest neutralen Begriff für das alte Wort "Krankengymnastik" einzusetzen.)
Während die Physiotherapie in den anderen europäischen Ländern ein Studienlehrgang mit vier Jahren Regelstudienzeit ist, gibt es in Deutschland nach wie vor die dreijährige Ausbildung zum Physiotherapeuten. Rechtlich sind diese beiden Ausbildungen leider nicht gleichwertig. Der Studienabschluss hat europaweit einen höheren Stellenwert. Jedoch hat die dreijährige Ausbildung zum Physiotherapeuten in Deutschland in meinen Augen auch einen großen Vorteil: Sie hat einen deutlich größeren Anteil an unterichtsbegleitender Praxis.
Heute ist die Physiotherapie eine Sammlung aus Therapieformen, die sich teils aus volksheilkundlichen Erfahrungen und teils aus wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen zusammensetzt. Wissenschaftlich lässt sich die Wirkung der vielen Verfahren auf physikalisch nachweisbaren Reiz zurückführen. Dazu gehören u. a. Kälte-, Wärme-, Druck- und Zugeinwirkungen. Alle physikalischen Reize erzeugen eine lokale Erhöhung des Stoffwechsels und schaffen damit optimale Bedingungen, dass sich das Gewebe regeneriert. Dabei muss jedoch berücksichtigt werden, dass nicht jeder Schmerz dort entsteht, wo man ihn spürt. Volksheilkundlich sind jene Techniken deren positive Wirkungen (Bindegewebsmassage, Lasertherapie, Hot Stone, Ayurveda, Magnetfeldtherapie und vieles mehr) empirisch nachweisbar, aber wissenschaftlich noch nicht erklärbar sind.
Doch Physiotherapie ist in meinen Augen mehr, als nur die Anwendung von rein physikalischen Reizen! Denken Sie an die Mutter, die ihrem Kind zur Schmerzlinderung die Hand auflegt. Es wirkt! Denken Sie an das wohltuende Gefühl, wenn Sie ein Sonnenbad nehmen. Es wirkt!
Jeder gute Physiotherapeut ist auch ein Energietherapeut! Nicht jeder ist sich dessen bewusst, doch langjährige Erfahrung bringt diese Qualität unweigerlich mit sich. Manche Therapeuten spüren einfach, wo sie Hand anlegen dürfen. In Kombination mit fachlicher Kompetenz ist dies ein unbezahlbarer Schatz.
Ein guter Therapeut ist sich auch bewusst, dass nicht er heilt! Nein, aber er unterstützt den Betroffenen dabei, sich selbst zu heilen. Um dies zu erreichen, schenkt er dem Alltagsverhalten seines Kunden besondere Aufmerksamkeit, da in der Regel jahrzehntelange ungesunde Haltung und Verhaltensweisen die Hauptursachen für aktuelle Beschwerden sind. Den Betroffenen einfühlsam auf diese Mängel aufmerksam zu machen, sie mit gezielten Aufgaben zu korrigieren und ihn/sie damit in die Lage zu versetzen, eigenverantwortlich zu handeln, ist die hohe Schule der Physiotherapie. |